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Demographie

Die Demographie oder Bevölkerungswissenschaft beschreibt, analysiert und erklärt die Bevölkerungsstrukturen, das heißt die Zusammensetzung der Bevölkerung aus Gruppierungen, die sich durch bestimmte Merkmale wie zum Beispiel Alter, Geschlecht oder Nationalität voneinander unterscheiden und prognostiziert ihre zukünftige Entwicklung.

Für die Bundesrepublik Deutschland und ihre Kommunen beschreibt die Demographie einen deutlichen Rückgang der Bevölkerung und spricht von einem demographischen Wandel. Eine steigende Lebenserwartung der älteren Menschen und abnehmende Geburtenzahlen führen zu einer Umkehr der Bevölkerungsentwicklung, die eine verstärkte Zuwanderung erfordern wird. Diese Entwicklung spiegelt sich in dem häufig zitierten Satz wieder: "Wir werden weniger, älter und bunter."

Die abnehmende und sich verändernde Bevölkerungsentwicklung wird in den kommenden Jahrzehnten zu zentralen Veränderungen in der wirtschaftlichen, infrastrukturellen und sozialen Entwicklung der Gesellschaft führen. Sie zwingt auch die Kommunalpolitik zu grundlegend neuen Überlegungen und Gestaltungslösungen.

Die Auseinandersetzung mit dem demographischen Wandel in Schwerte fand ihren Ausgangspunkt 2004 in der Einrichtung des Ausschusses für Soziales, Demographie und Generationen. 2006 wurde mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung im Rahmen eines Leitbild-Workshops ein Strategiekonzept: "Orientierungsrahmen für den demographischen Wandel in Schwerte" erarbeitet, welches vom Rat der Stadt Schwerte beschlossen wurde.

2007 absolvierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, Politikerinnen und Politiker und weitere Akteure des Schwerter Gemeinwesens gemeinsam ein Demographietraining. Im Ergebnis richtete der Bürgermeister ein bereichsübergreifendes Kompetenzteam, bestehend aus Fachleuten der relevanten Verwaltungsbereiche ein, und erteilte den Auftrag, einen Schwerter Demographiebericht zu erstellen.

Mit Unterstützung der Firma GEBIT arbeitete das Kompetenzteam in der folgenden Zeit an der Aufgabe, Daten, Fachthemen und Ressortplanungen als Grundlage für einen umfassenden Demographiebericht zusammen zu tragen und eine entsprechende Berichtsstruktur zu erarbeiten.

Prägend hierbei war die Entwicklung und Orientierung an einem Altersgruppenmodell, welches eine differenzierte Darstellung und eine spezifische Sicht auf die Handlungsbedarfe in den unterschiedlichen Altersphasen bietet. So brauchen zum Beispiel Menschen in der Altersgruppe 18 - 25 Jahren, die geprägt ist von schulischer und beruflicher Ausbildung, andere Bedingungen als Menschen im Alter von 25 - 40 Jahren, deren Lebensumstände von Mobilitätsanforderungen, Familiengründung und einer Standortfixierung geprägt sind. Menschen ab 65 Jahren beschäftigen sich mit der Frage einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach Eintritt in den Ruhestand und einer guten Versorgung bei eintretender Mobilitätseinschränkung oder Pflegebedürftigkeit.

Der Bericht prognostiziert für die Stadt Schwerte, wie in der oben abgebildeten Grafik deutlich wird, einen Bevölkerungsverlust in den Altersgruppen bis unter 65 Jahren und einen starken Anstieg der älteren und hochbetagten Bevölkerung. Die Altersgruppe ab 80 Jahren wird bis zum Jahr 2025 um über 87% ansteigen. Eine Entwicklung, die Herausforderungen für die gesamte Stadtentwicklung bereithält.

Diese Herausforderungen können nur durch gemeinsame Anstrengungen aller gesellschaftlichen Kräfte erfolgreich bewältigt werden. Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Verbände und die örtliche Wirtschaft müssen neben der Verwaltung und der Kommunalpolitik in diesen Wandel einbezogen werden. Nicht nur die prognostizierte Überalterung der Schwerter Bevölkerung bei zurückgehenden Geburtenzahlen fordert entsprechende Maßnahmen. Auch die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft mit Auswirkungen auf den kommunalen und regionalen Arbeitsmarkt bringt zukünftige Entwicklungen, die gestaltet werden wollen. Leere öffentliche Kassen schränken auch heute schon die Gestaltungsräume der Kommune deutlich ein, so dass stärker als bisher Synergieeffekte durch Kooperationen und Vernetzungen mit unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren genutzt werden müssen.

Der Demographiebericht endet mit einer Zusammenfassung von Empfehlungen für kommunalpolitisches Handeln. Diese Empfehlungen zeigen verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung des Wandels auf und bieten eine Richtschnur des Handelns für Verwaltung und Politik.

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