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Historisches Spiel

Mit dem Historischen Dorf beschreitet das Schwerter Jugendamt in Zusammenarbeit mit dem Ruhrtalmuseum neue Wege. Historische Spiele sind eine neue Methode der Museumspädagogik. Die Teilnehmer schlüpfen in Rollen und versuchen einen historischen Alltag in einem eigens dafür inszenierten Umfeld zu entwickeln. Es geht darum, vergangene Lebenswelten zu erschließen, erfahrbar zu machen und dadurch Lernprozesse über Geschichte in Gang zu setzen. Auf der Basis von Erkenntnissen aus (experimenteller) Archäologie und Geschichtswissenschaft ermöglichen Fachleute mit profundem historischen Wissen und handwerklichen Kenntnissen eine Einführung in längst vergangene Zeiten. Grundsätzlich unterscheidet sich das Historische Spiel von herkömmlicher museumspädagogischer Arbeit durch eine alles zusammenhaltende Rahmenhandlung. Es geht nicht bloß darum, Handwerkstechniken zu vermitteln, sondern um den gesellschaftlich-sozialen Kontext, in dem gelebt und gearbeitet wird. Alltag mit all seinen Problemen und Konflikten, seinen Ritualen und Zufälligkeiten, seinen schönen und häßlichen Seiten rückt in den Vordergrund des Interesses.

Langweilig? Durchaus nicht! Wie unser Alltag, bewegt sich auch der Alltag des Historischen Spiels in einem Spannungsfeld zwischen Alltäglichkeit und Ungewöhnlichkeit. Einerseits läßt allein schon der Zeitsprung in die Vergangenheit ein Gefühl von Besonderheit aufkommen, andererseits ist die Handlung stets so konzipiert, daß bestimmte Ereignisse die Gleichförmigkeit des Lebens unterbrechen, derangieren, wenn nicht gar desavouieren. Allerdings wäre es naiv anzunehmen, Historisches Spiel bewege sich in einem inszenierten Vakuum. Bei aller angestrebten historischen Authentizität agieren doch noch immer Menschen des 21. Jahrhunderts, und gerade daraus resultiert die immense Spannung und Wirkung des Historischen Spiels. Erfahrungen, Gefühle und Gedanken jedes einzelnen Menschen bleiben in der gespielten Realität präsent, erweitern und intensivieren sich, gleichen sich ab oder distanzieren sich. Ein komplexes Bild entsteht, das Geschichte als eine Geschichte von Menschen begreift, mit all ihren Hoffnungen, Wünschen und Sehnsüchten, mit all ihren Fehlern, Unzulänglichkeiten und zweifelhaften Motivationen.

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