Anliegen von A - Z

Lärmaktionsplan

Lärmaktionspläne sind bei bedeutsamen Entwicklungen für die Lärmsituation, ansonsten jedoch alle fünf Jahre nach dem Zeitpunkt ihrer Aufstellung, zu überprüfen und erforderlichenfalls zu überarbeiten.

Lärm ist in den Städten und Ballungsräumen Nordrhein-Westfalens eines der größten Umweltprobleme. Wachsende Mobilität und verändertes Freizeitverhalten haben dazu geführt, dass für viele Bürgerinnen und Bürger die Lärmbelastung heute deutlich höher liegt als noch vor 15 oder 20 Jahren.

Aufgrund der individuellen Voraussetzungen in jeder Gemeinde gibt es zwangsläufig keine standardisierbaren Handlungskonzepte. Entsprechend der örtlichen Situation, den bereits geleisteten Vorarbeiten, den finanziellen Rahmenbedingungen und den unterschiedlichen Belastungssituationen in einer Gemeinde müssen jeweils individuelle Maßnahmenbündel geschnürt und abgestimmt werden.

Bei der Aufstellung des Lärmaktionsplans geht es vorrangig darum, Lärm bereits am Emissionsort zu vermeiden bzw. zu mindern. Weiterhin wird die Möglichkeit der räumlichen Verlagerung der Emittenten in weniger konfliktbehaftete Gebiete betrachtet. Erst wenn diese Lärmminderungspotenziale ausgeschöpft sind, kommt eine Minderung am Immissionsort in Betracht. Diese Rangfolge hat eine umwelt- und stadtgerechte Lärmminderung zum Ziel. Sie leitet sich aus dem Grundprinzip des Umweltschutzes ab, Umweltauswirkungen vorrangig an der Quelle und möglichst nicht am Einwirkungsort zu vermeiden.

Für die Aufstellung des Lärmaktionsplans kann auf die bewährte Vorgehensweise bei der Lärmminderungsplanung nach § 47a (alt) BImSchG aufgebaut werden. Hierfür werden die bisher ausgeführten Maßnahmen und die noch bestehender Lärmminderungspotenziale unter folgender Gliederung bewertet:

  • Vermeidung von Schallemissionen
  • Verminderung von Schallemissionen
  • Verlagerung von Schallemissionen
  • Verringerung von Schallimmissionen

Zunächst war zu prüfen, in welchem Umfang Emissionen vermieden werden können, nachfolgend sind die Potenziale auszuschöpfen, die die verbleibenden Emissionen vermindern, erst dann stellte sich die Frage nach einer Verlagerung der Emissionen. Erst wenn diese drei Schritte keine ausreichende Lärmminderung erreichen, kommen Maßnahmen zur Verringerung der Immissionen in Betracht. Diese Vorgehensweise ist notwendig, weil sonst mit einer Ausrichtung der Lärmminderung auf die Immissionsseite keine umfassende, sondern nur eine punktuelle Lärmminderung (z. B. in der Wohnung, aber nicht im Wohnumfeld) erreicht werden kann.

Als wichtiges Umweltthema in Schwerte und vor dem Hintergrund, dass viele Menschen durch Lärm belästigt bzw. beeinträchtigt sind, wurde ein umfassender Lärmaktionsplan (Stufe 1+2) durch ein Fachbüro aus Aachen erarbeitet. 

Mit den Maßnahmen des Lärmaktionsplans sollen kurzfristig vor allem sehr hohe Lärmbelastungen möglichst unterschritten werden. Mittelfristig sollen die Maßnahmen hohe Lärmbelastungen (Einhaltung der Lärmvorsorgegrenzwerte gemäß 16. BImschV) ausschließen und den vorrangigen Schutz der Nachtruhe beinhalten.

Die Maßnahmenvorschläge an innerstädtischen Straßen sind dem u.a. Link Lärmaktionsplan zu entnehmen. Auch die Maßnahmenvorschläge zur Lärmminderung an Bundesautobahnen werden dort konkret beschrieben. Im Rahmen der Offenlegung hat der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen die im Lärmaktionsplan festgesetzten Maßnahmen zur Lärmminderung an Straßen in der Baulast des Landes zur Kenntnis genommen. Jedoch konnten für diese Maßnahmen kein Einvernehmen mit Straßen NRW erzielt werden. Daher wurden nur Prüfaufträge formuliert, um dieses Verfahren zur 1. Stufe abzuschließen.

In einer zweiten Umsetzungsstufe wurde eine Lärmminderungsplanung für alle Straßenzüge mit mehr als 3 Mio. Kfz/Jahr durchgeführt. Dies betrifft nahezu alle Landesstraßen auf Schwerter Stadtgebiet, die sich in der Baulast des Landesbetriebs befinden. Im Sinne des umweltbezogen Gesundheitsschutzes müssen die Belastungen für die Bevölkerung durch den Umgebungslärm und die Luftschadstoffe in den kommenden Jahren erheblich reduziert werden.

Ihre Ansprechperson

Dietmar Gröne-Krebs

dietmar.groene-krebs(at)
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